Nach dem Salam stehen viele gleich auf. Dabei gehören ein paar Minuten Dhikr nach dem Pflichtgebet zu den schönsten Gewohnheiten, die der Prophet ﷺ gelehrt hat. Sie kosten kaum Zeit und lassen das Gebet in Ruhe ausklingen.

Warum Dhikr?

Dhikr heißt Gedenken: Allah mit der Zunge und dem Herzen erwähnen. Im Koran heißt es (Übersetzung Bubenheim & Elyas):

O die ihr glaubt, gedenkt Allahs in häufigem Gedenken und preist Ihn morgens und abends. (33:41-42)

Und an anderer Stelle:

(Es sind) diejenigen, die glauben und deren Herzen im Gedenken Allahs Ruhe finden. Sicherlich, im Gedenken Allahs finden die Herzen Ruhe! (13:28)

Mehr Verse dazu findest du unter Koranverse über Dhikr.

Die Adhkar nach dem Pflichtgebet

Die folgenden Gedenkworte sind in den bekannten Hadith-Sammlungen überliefert. In der Reihenfolge und den Zahlen gibt es mehrere überlieferte Formen; frag im Zweifel den Imam deiner Moschee.

1. Astaghfirullah (3 ×)

„Ich bitte Allah um Vergebung.“ Nach Sahih Muslim bat der Prophet ﷺ nach dem Gebet dreimal um Vergebung. Selbst nach einer guten Tat beginnt der Muslim also mit Demut.

2. Allahumma antas-salam

Allahumma antas-salam wa minkas-salam, tabarakta ya dhal-jalali wal-ikram. „O Allah, Du bist der Friede, und von Dir kommt der Friede. Segensreich bist Du, o Besitzer der Erhabenheit und der Ehre.“ Auch das ist bei Muslim überliefert, direkt im Anschluss an das Istighfar.

3. Tasbih, Tahmid und Takbir

  • Subhanallah (33 ×): „Gepriesen sei Allah.“
  • Alhamdulillah (33 ×): „Alles Lob gebührt Allah.“
  • Allahu akbar (33 ×): „Allah ist größer.“

Zum Abschluss, als hundertstes Wort:

La ilaha illallahu wahdahu la sharika lah, lahul-mulku wa lahul-hamdu wa huwa ’ala kulli shay’in qadir. „Es gibt keinen Gott außer Allah, Er allein, Er hat keinen Partner. Ihm gehört die Herrschaft und Ihm gebührt das Lob, und Er hat Macht über alle Dinge.“

Für diese Form verheißt eine Überlieferung bei Muslim die Vergebung der Sünden, auch wenn sie zahlreich sind. Ebenfalls bei Muslim überliefert ist die Form mit 34 × Allahu akbar statt des Abschlusssatzes. Beides ist gut.

4. Ayat al-Kursi

Nach einer Überlieferung bei an-Nasa’i, die al-Albani als authentisch einstuft, wird demjenigen, der Ayat al-Kursi (2:255) nach jedem Pflichtgebet liest, das Paradies verheißen. Was der Vers bedeutet, steht im Artikel über Ayat al-Kursi.

Zählen: an den Fingern oder mit Tasbih

Nach Überlieferungen bei Abu Dawud und at-Tirmidhi zählte der Prophet ﷺ den Tasbih an seinen Fingern, in einer Version an der rechten Hand. Bei at-Tirmidhi heißt es außerdem, die Finger würden am Tag der Auferstehung befragt und sprechen. Viele zählen deshalb an den Fingergliedern. Eine Gebetskette (Tasbih) ist ebenfalls weit verbreitet und nach Auffassung der meisten Gelehrten erlaubt; manche bevorzugen die Finger.

Klein anfangen

Alle Adhkar zusammen dauern etwa zwei bis drei Minuten. Wenn das noch zu viel ist, fang kleiner an:

  1. Erste Woche: nach jedem Gebet dreimal Astaghfirullah und Allahumma antas-salam. Das sind dreißig Sekunden.
  2. Danach: Tasbih 33-33-33 nach einem Gebet, zum Beispiel nach Maghrib.
  3. Dann: nach und nach nach allen fünf Gebeten, und Ayat al-Kursi dazu.

Wichtiger als die Menge ist, dass du dabei bleibst. Nach einer Überlieferung bei al-Bukhari und Muslim sind Allah die beständigen Taten am liebsten, auch wenn sie klein sind. Wie du Gewohnheiten an die Gebete hängst, steht in Gewohnheiten rund ums Gebet.

In der App Nur

In Nur gibt es die Vorlage „Tasbih“, die bis 33 mitzählt, und „Istighfar“ mit 100. Du hängst sie an ein Gebet, etwa nach Maghrib oder Isha, und im Hof wächst dafür eine Pflanze. Die Gebetszeiten deiner Stadt findest du auch im Web, zum Beispiel für Berlin. Nur kostenlos laden.