Der Freitag ist der besondere Tag der Woche im Islam. Im Quran heißt es in der Sure al-Dschumu’a (62:9): „O die ihr glaubt, wenn zum Gebet am Freitag gerufen wird, dann eilt zum Gedenken Allahs und lasst das Geschäft ruhen.“ Hier steht das Wichtigste zum Freitagsgebet.

Wann ist das Freitagsgebet?

Das Freitagsgebet (Jumu’ah) wird zur Zeit von Dhuhr gebetet und ersetzt an diesem Tag das Dhuhr-Gebet. Es besteht aus der Khutba (Predigt), meist in zwei Teilen, und zwei Rak’a gemeinsamen Gebets.

In Deutschland beginnt Dhuhr je nach Stadt und Datum im Winter etwa zwischen 11:50 und 12:40 Uhr, im Sommer etwa zwischen 13:00 und 13:40 Uhr. Viele Moscheen nennen eine feste Uhrzeit für die Khutba. Die genaue Dhuhr-Zeit steht auf den Stadtseiten, zum Beispiel für Berlin, Köln oder Düsseldorf; freitags heißt sie dort Jumu’ah.

Für wen ist es Pflicht?

Nach der Auffassung der Mehrheit der Gelehrten ist das Freitagsgebet Pflicht für erwachsene, gesunde Männer, die am Ort ansässig sind. Für Frauen, Reisende und Kranke ist es keine Pflicht; sie beten Dhuhr. Nehmen sie dennoch am Freitagsgebet teil, ist es gültig und ersetzt Dhuhr.

Sunna am Freitag

Für den Freitag sind einige Handlungen überliefert:

  • Ghusl: Die große Waschung vor dem Freitagsgebet (bei al-Bukhari überliefert), dazu saubere Kleidung und, für Männer, ein guter Duft.
  • Früh kommen: Wer früh zur Moschee geht, hat nach den Überlieferungen einen größeren Lohn.
  • Der Khutba zuhören: Während der Predigt wird geschwiegen. Nach einer Überlieferung bei al-Bukhari ist selbst ein „Sei still!“ zum Nachbarn während der Khutba unnützes Reden.
  • Sure al-Kahf: Viele lesen am Freitag die 18. Sure, gestützt auf Überlieferungen, die eine Reihe von Gelehrten als authentisch einstufen.
  • Salawat: Viel Segen auf den Propheten (Friede sei mit ihm) sprechen; das ist für den Freitag besonders überliefert.
  • Dua: Am Freitag gibt es nach al-Bukhari und Muslim eine Stunde, in der Bittgebete angenommen werden. Viele suchen sie in der letzten Stunde vor Maghrib.

Arbeit und Schule

Wer arbeitet oder zur Schule geht, kann das Freitagsgebet oft mit der Mittagspause verbinden. Es lohnt sich, früh mit Arbeitgeber oder Schule zu sprechen; viele Moscheen in Städten bieten Khutbas zu passenden Zeiten an.

In der App Nur

Freitags heißt Dhuhr in Nur automatisch Jumu’ah, und das Widget zählt bis zum nächsten Gebet herunter. Gewohnheiten wie „Sure al-Kahf“ kannst du an ein Gebet hängen und jeden Freitag abhaken. Nur kostenlos laden.